Episode VIII: Welcome Home, Wilma!

So, nun habt ihr ja schon lange nichts mehr von uns gehört. Das liegt daran, dass es einfach nicht mehr so viel zu berichten gibt, da wir den spannenden Teil der Reise hinter uns gelassen haben und zum entspannenden übergegangen sind. 
Wir haben, wie geplant, die letzten Wochen im absoluten Urlaubsmodus verbracht und sind zwischen den verschieden Stellplätzen auch nicht mehr weit gefahren. Wir waren auf Sithonia, einem Teil der sehr bekannten 3-Finger-Halbinsel Chalkidiki im Nordosten Griechenlands. Dort hatten wir eine Familie aus Essen kennengelernt, die neben zwei Kindern in ähnlichem Alter fast den gleichen Bulli wie wir haben. Und bei so viel Gemeinsamkeiten ist es nicht verwunderlich, dass wir uns super verstanden haben und wir sogar über zwei Wochen miteinander verbracht haben.

Unser erster gemeinsamer Stellplatz war eine große abgelegene Bucht auf der noch einige andere Camper waren. Dort werden laut Erzählungen manchmal wilde inoffizielle Strandfestivals veranstaltet. Und genau diesen Vibe hatte der Platz auch. Man konnte tun und lassen was man wollte, den ganzen Tag nackt sein, Lagerfeuer machen…es war schön erfahren zu haben, dass so viel „Camperfreiheit“ in so einem touristischen Land möglich ist. 
Achja….außerdem leben an diesem Strand gerade 10 junge Welpen. Und da unsere Freunde Hundefutter dabei hatten, lebten wir sozusagen im absoluten Welpen-Kuschel-Himmel und wurden rund um die Uhr belagert. So konnte vor allem Paula ein bisschen ihre Angst vor Hunden verlieren, da wir die letzten Wochen ja doch sehr viel mit Streunerhunden zu tun hatten und Paula mit manchen leider nicht so gute Erfahrungen gemacht hat. Es fiel uns sehr sehr schwer nicht doch ein paar von den kleinen Rackern gleich einzupacken…



Weiter ging es für ein paar Tage auf einen Campingplatz, um ein letztes Mal zu Waschen und Wasser, Strom, Lebensmittel und Bier aufzufüllen. Von dort aus haben wir kleinere Wanderungen zu kleinen Buchten unternommen, um die dortigen Bars zu frequentieren.





Kleinere Probleme mit unserer Wilma hatten wir die letzten Wochen auch immer wieder. Nichts Wildes…Batterie, Batterie und einen Nagel im Reifen. Uns konnte aber überall schnell geholfen werden bzw. die Infrastruktur war ausreichend. Wir sind aber so dankbar, dass uns das hier passiert ist. Denn in Armenien oder Georgien wäre das sicherlich nicht so geschmeidig und vor allem schnell gelaufen..


Unser letzter Stellplatz in Griechenland war dann einfach nochmal ein richtiges Paradies. Eine kleine Bucht mit Blick auf den Heiligen Berg Athos. Und diese Bucht hatten wir bis auf ein paar Tagesbesucher komplett für uns alleine. Wir haben jeden Tag komplett am Strand verbracht: baden, sonnen, schnorcheln, Mittagsschlaf machen, essen, quatschen, spielen, trinken, lachen, Muscheln sammeln, sandeln…und in den Sonnenuntergang tanzen!




Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, fiel es uns extrem schwer uns von unseren Freunden und diesem wunderbaren Ort zu trennen und die Heimreise anzutreten. Wir haben lange überlegt ob wir so lange wie es möglich wäre, dort zu bleiben, um dann die 1600 km nach Hause ganz ganz schnell zu fahren… haben uns aber letztendlich für die etwas entspanntere Variante entschieden und uns 1 Woche Zeit gelassen die längere Route an der Mittelmeerküste entlang zu nehmen. 

Es ging nach Albanien an den Ohridsee, dann über Elbasan an die Küste in der Nähe von Lezhë. Da wir erst vor 2 Jahren Albanien bereist hatten, war uns das Reisen hier sehr vertraut. Wir haben uns sofort wieder wohl gefühlt und waren erneut von der Schönheit des Landes begeistert.
Lustig fanden wir, dass wir damals dachten, dass Albanien sehr wenig touristisch sei, schlechte Straßen und viele freie Flächen habe…aber Pustekuchen! Nach unserem Trip durch Georgien und Armenien sind unsere Maßstäbe doch sehr stark verschoben worden und Albanien kam uns wie die Schweiz vor.

Weiter ging es dann an einen kleinen, ruhigen und sehr versteckten Campingplatz im Garten eines alten Hauses an der Bucht von Kotor in Montenegro.


Danach landeten wir noch eine Nacht aus Versehen auf einem viel zu schicken Luxuscampingplatz auf Krk in Kroatien. Wir fühlten uns nach unserer Abenteuerreise hier nicht ganz so wohl, die Kinder aber hatten im Pool und bei der Kinderdisco einen Riesenspaß. 



Von hier aus starteten wir unsere letzte große Fahrt dieser Reise. Über den schönen Faaker See in Österreich ging es ab in unser neues Zuhause nach Burgfelden. Und da wir mitten in der Nacht ankamen, verbrachten wir eine vorerst letzte Nacht in unserer heiß und innig von uns geliebten Wilma im heimischen Garten.

Das ist nun schon ein paar Tage her und wir sind immer noch dabei die tausend Gegenstände, die wir auf der Reise dabei hatten zu den anderen abertausend Gegenständen in unserer Wohnung zu räumen. Auf der einen Seite fühlen wir uns erschlagen von der schieren Anzahl aller Dinge, die wir besitzen, von der Größe und der langen Wege unseres neuen/alten Hauses und von den ganzen kommenden Aufgaben und Herausforderungen, die eine Hausrenovierung mit sich bringen wird. Auf der anderen Seite sind wir aber auch total aufgeregt und gespannt was alles auf uns zukommen wird. Wir freuen uns so darauf uns hier im Grünen ein neues Zuhause schaffen zu dürfen, in dem wir uns wohl und angekommen fühlen. 

Wir sind froh, dass wir nicht genau wussten, was es bedeutet mit einem VW Bus im kalten Frühling in den Kaukasus zu fahren. Denn hätten wir davor gewusst, wie schwierig und anstrengend das schlechte Wetter unsere Reise macht, hätten wir es nicht gewagt. Umso glücklicher sind wir, dass wir diese wundervollen Länder bereist haben. Die besonderen Umstände haben unsere Reise sicher sehr viel intensiver, abenteuerlicher und dadurch unvergesslich gemacht. 

Außerdem sind wir natürlich stolz wie Bolle auf unsere zwei kleinen Traveller-Girls, die durchweg eine super Zeit hatten. Sie haben die Freude am Reisen wohl im wahrsten Sinne des Wortes mit der Muttermilch aufgesogen. Sie haben jede Fahrt, jeden Regen, jeden Sturm, jede schlechte Laune ihrer Eltern, jedes schlechte Essen, jeden Müll, jede Klosituation und jegliche sonstige Widrigkeiten scheinbar freudig ertragen. Sie waren der Türöffner für so viele Erfahrungen und Gespräche mit Einheimischen. Es war eine absolute Bereicherung für uns die beiden in Interaktion mit Mensch, Tier und Natur zu sehen und zu merken, wie sie daran wachsen und erblühen. Wir kommen mit ganz viel Liebe für diese wunderbare Welt und ihre Bewohner im Gepäck zurück.

Und da man heutzutage ja keine Wanderung mehr ohne einen Schrittzähler und GPS-Tracker macht, hier noch ein paar Zahlen und Fakten:

- Unsere Wilma: 25 Jahre, 420.000 km, knappe 4 m2 Wohnfläche,
- 10.780 gefahrene Kilometer
- 84 Tage unterwegs,
- 41 verschiedene Schlafplätze,
- 13 durchfahrene Länder (Deutschland, Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Armenien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Kroatien, Slowenien)
- 3 kleinere Pannen,
- Mindestens 3 ziemlich gruselige Fast-Unfälle der Kinder 
- 2 Berührungen mit der Polizei
- Nur 1 einzige kleine Erkrankung (Maxi 🤮 am ersten Reisetag) 
- 1 Blitzeinschlag (reicht aber auch)
-…unzählige Momente die uns vor Glück und Begeisterung sprachlos gemacht haben…

Es hat uns Spaß gemacht unsere Reise mit euch zu teilen und auf diese Art unsere Gefühle und Erlebnisse ein wenig ordnen zu können. 

Wir freuen uns riesig euch alle bald wiederzusehen und hoffen, dass es euch auch ein wenig Spaß gemacht hat uns virtuell zu begleiten. 

Alles Liebe,

Maxi, Sam, Paula und Nora