Episode VII: Dolce Vita in Griechenland
Jetzt sind wir inzwischen seit 3 Wochen in Griechenland, größtenteils auf der Halbinsel Chalkidiki….unser Abenteuertrip in den Kaukasus fühlt sich schon wieder so fern an. Mit der Einreise nach Griechenland hat sich so viel verändert.
Das Wetter ist auf einmal viel viel besser und vor allem einfach im Schnitt 10 Grad wärmer. Die Straßen sind ausnahmslos tip top und selbst der schlechteste Feldweg zu einem Stellplatz ist nach armenischen und georgischen Verhältnissen eine Autobahn. Im Supermarkt fühlen wir uns wie im Wunderland und erfreuen uns wie kleine Kinder an der Vielfalt und den uns bekannten Lebensmitteln. Die Strände sind ausnahmslos blitzeblank, es gibt kaum Streunerhunde und wir können die Kinder einfach ohne Gefahr rumspringen/-krabbeln lassen.
Aber es gibt auch kaum Schafe und Ziegen bzw. keine Kühe, Pferde oder Schweine, die an einem vorbeiziehen und Hallo sagen. Alles ist beschränkter, überall sind Häuser und man muss sich wieder an deutlich mehr Regeln halten und hat weniger Freiheiten. Und natürlich sind wir hier einer unter vielen Campern. Bisher sind wir, wenn mal irgendwo ein anderer Camper war, extra hingefahren und haben gequatscht. Hier in Griechenland grüßt man sich höchstens verstohlen. Und natürlich kommt auch keine Einheimische einfach mal bei dir zum Tratschen vorbei.
Mit dem Grenzübertritt in die EU ist unsere Abenteurreise nun zum familienfreundlichen Strandurlaub geworden. Aber das ist auch gut so. Da wir direkt nach unserer Rückkehr nach Deutschland mit der Renovierung unseres Hauses starten wollen, tut uns ein bisschen Entspannung vielleicht ganz gut. Wir haben nun vor die nächsten Wochen die Vorteile einer etwas weniger beschwerlichen und abenteuerlichen Elternzeitreise in vollen Zügen zu genießen.
Mal wieder das richtige Wetter um ausgiebig zu kochen
Die durchgekrabbelten Schlappen können nun endlich durch 'barfuß' ersetzt werden
Angefangen hat unsere Griechenlandreise in der Nähe von Kavala, genauer gesagt in Vrisi. Dort verbrachten wir noch einmal ein paar Tage mit der aus Indien gekommenen, deutschen Familie die wir in Armenien kennengelernt haben. Paula und ihre Freundin hatten an diesem wirklich malerischen Strand ihren eigenen Abenteuerspielplatz Sie eiferten von früh bis spät Huckleberry Finn und Ronja Räubertochter nach. Da geht einem einfach das Herz auf, wenn man seine Kinder so glücklich sehen darf.
Hier in der Nähe badeten wir auch in den heißen Quellen von Loutra Eleftheron.
Das war vielleicht ein abgefahrener Ort - ein wahrlicher „Lost place“. Hier wurde einst ein Thermalhotel betrieben, welches aber inzwischen verlassen ist. Die Gebäude sind teilweise abgebrannt, eingefallen und verwüstet. Es leben ein paar wenige Aussteiger in den Ruinen, die sich ein bisschen um die Anlage kümmern. In den Gebäuden findet man noch überall die teilweise intakten, mit Schwefelwasser gefüllten Becken, Badewannen und Bäder. Absolut spannend und gruselig, dieses ehemalige Wellness-Paradies im Apokalypse-Look.
Unser nächster Aufenthalt bei Pirgos diente als Treffpunkt mit Noras Freund Julian aus Friedrichshafen. Er hat hier Urlaub gemacht und seine lieben Eltern Jana und David durften auch mitkommen. Wir verbrachten einen wundervoll unbeschwerten Tag bei dem es mit den kleinen Schlawinern viel zu Lachen gab.
Danach ging es für eine Woche auf einen Campingplatz in der Nähe von Nea Moudania. Wir mussten mal wieder waschen und sowohl die Batterien der tapferen Wilma als auch unsere eigenen aufladen.
Vor allem brauchten wir eine möglichst unkomplizierte Umgebung, da Sam sich eine 4-tägigen Auszeit vom Urlaub gönnte. Er flog also von Thessaloniki nach Berlin, um dort auf sein liebstes Stoner-Rock-Festival mit seinen liebsten Kumpels zu gehen... Raus aus den Birkenstock, rein in die Kutte!
Welcome Home Daddy!
Aber keine Sorge, Maxi war nicht die ganze Zeit alleine mit den Kids. Unsere gute Freundin Mine nahm die Mühe auf sich einen Kurzurlaub zu machen und sprang für 3 Tage ein. Sie machte einen grandiosen Job bei der Kinderbetreuung, dem Abwasch machen und beim Sekt trinken in der Sonne.Zwischen Abholen und Wegbringen von und zum Flughafen, ging sich sogar ein gemeinsamer Ausflug nach Thessaloniki aus. In der recht hippen Stundentenstadt genossen wir Bier auf dem Fischmarkt, Drinks in engen Gassen und zu Paulas Freude eine Fahrt mit einem absolut 100% echten Piratenschiff…
Na und dann hatten wir noch ein ganz besonderes Ereignis zu feiern! Unser kleine Nora wird schon ganz groß….sie hatte ihren 1. Geburtstag! Was eine Glück, was ein Geschenk! Ein großes Bündel Lebensfreude!