Episode V: Tbilisi

Nun hatten wir das unerwartet schöne Armenien hinter uns gelassen und sind wieder nach Georgien eingereist, um uns dort die von uns lang ersehnten Städte, Klöster und Berge anzuschauen und zu erleben. 

Da mal wieder Regen angesagt war, hatten wir uns entschlossen, die Tage um Maxis Geburtstag in Tiflis zu verbringen. Da mit Museen und Restaurants schlechtes Wetter doch besser auszuhalten ist als auf irgendeiner Wiese mitten im nirgendwo. Aber Tiflis meinte es sehr gut mit uns und anstatt Kälte und Regen hatten wir - Sommer! Umso herrlicher diese pulsierende, moderne und weltoffene Metropole im T-Shirt und trockenen Fußes kennenzulernen.

Geparkt hatten wir unsere Wilma auf einem kleinen, nicht sehr sauberen Stadtparkplatz; eigentlich mehr ein Tummelplatz einiger anderer Camper, Weltenbummler, Expeditionisten und Aussteiger. Auch hier haben wir wieder verschiedene Lebensentwürfe und Reiseerfahrungen ausgetauscht und so manche Ideen für zukünftige Reisen gesammelt.

Und auch hier sind wir vor allem dadurch aufgefallen, dass wir die meisten und jüngsten Kinder dabei haben…dafür aber auch das kleinste Auto. Solange das Wetter einigermaßen mitspielt, freuen wir uns über die ungläubigen Blicke und sind sehr zufrieden mit unserem kleinen Abenteuer-Chaos-Leben hier in der Wilma. 


Zurück zu Tiflis…wie sollen wir diese Stadt beschreiben? 
Kosmopolitisch und europäisch, mit abgedrehter moderner Architektur im Zentrum, große mehrspurige Straßen von Alleen gesäumt, mittendurch die Kura, überall Parks, Spielplätze, Restaurants und Cafés aus aller Welt aber natürlich auch die andere Seite…enge kleine Gassen, urige alte Wohnviertel, Trödelmärkte, die vielen traditionellen Schwefelbäder, Wasserfälle und Steilklippen mitten in der Stadt. Uns hat es sehr sehr gut gefallen…wir Landeier sind aber auch mit einem bisschen Großstadtflair schnell zu beeindrucken. Vor allem im Kontrast zu Jerewan merkt man einen deutlichen Unterschied mit weniger Soviet-Andenken und sehr starkem Bezug zur europäischen Union. Auch findet man an vielen Ecken Solidaritätsbekundungen zur Ukraine. 

Maxis Geburtstag begann mit einem Frühstück in der Sonne und natürlich Geschenken; einem Bild und bemaltem Stein von Paula, armenischen Ohrringen und einem Gedicht von Sam und einer „Torte“ von Oma Utti.

Weiter ging der Tag mit Erdbeeren am Spielplatz und einer Seilbahnfahrt zur „Mutter Georgiens“. 



Schlange stehen um Nora zu herzen 
Den Nachmittag verbrachten wir in der „Fabrika Tbilisi“, einer alten sowjetischen - und mittlerweile fachgerecht gentrifizierten - Nähfabrik. Hostel, Coworking Space, Zentrum der georgischen Kreativen….und der perfekte Ort um sich ein paar Geburtstagsdrinks in der Sonne zu gönnen. Nora hat ihre Mama mit einem 2-stündigen Mittagsschlaf beschenkt und da Maxi abends noch Nora stillt, geht eben nur daydrinking.



Für das große Geburtstagsdinner haben wir uns ein ganz besonderes „Restaurant“ ausgesucht. Es hieß schlicht „Family Kitchen“ und der Name war Programm. Man geht ein paar Stufen hinunter in einen Wohnhauskeller und da sitzen die Babuschkas Inga und Isa und kochen in ihrer kleinen Küche für ihre Gäste. Zu lachen gibt es dabei natürlich auch jede Menge. Der Fernseher darf natürlich nie fehlen, was Paula außerordentlich glücklich gemacht hat.

Die restlichen Tage in Tiflis haben wir mit schönen Gesprächen am Stellplatz, leckerem Essen und Wein, Sonnenuntergängen an der Dreifaltigkeitskirche über der Stadt, Schlendern über einen Trödelmarkt und durch die Altstadt, bergeweise Wäsche waschen und einem Besuch in einem der alten Schwefelbäder verbracht. Hier sagen Bilder vermutlich auch wieder mehr als 1000 Worte. Wir hoffen, wir können euch einen kleinen Eindruck dieser tollen Stadt vermitteln.



Anpassung an georgische Kindersicherheitsstandards
 


Rike Concert Hall im gleichnamigen Park 
Streifzug durch die Altstadt 


Uhrenturm mit Figur, die oben die Glocke schlägt 
Touris in Aktion zur vollen Stunde 


Alte Schwefelbäder 

Abends am Stellplatz 
Danke Tbilisi!

Mittlerweile sind wir mitten in der Erkundung des restlichen Georgiens. Dazu mehr beim nächsten Mal. Allerliebste Grüße!